Hier finden Sie alle Beiträge der Cinekids – Junge Presse Niedersachsen e.V.

cinekids

gomehr Infos zu den Cinekids gibt es hier


„Man muss nicht alles in Schubladen stecken!“

von Georg Rüdiger Schulze-Paul, Francine Bock, Celine Oebel

Die Filmreihe 14+ wird in diesem Jahr zum dritten Mal beim Filmfest Sehpferchen gezeigt. Filme aus dieser Reihe sollen Jugendliche mit aktuellen Themen konfrontieren. Die Absichten des Filmfests Sehpferdchen sind es, dem Publikum zu verdeutlichen, das Film aus weitaus mehr bestehen kann, als nur aus Action und schnelle Schnitte.

Ralf

Ralf Knobloch, der Organisator der Filmreihe 14+ beim Filmfest Sehpferdchen

Der Organisator der Filmreihe 14+, Ralf Knobloch (55, aus Seelze) erzählt uns etwas zur Entstehung und den Beweggründen von „14+“. Vor allem sei es bei der jugendlichen Zielgruppe schwerer die Schüler und auch die Lehrer zu begeistern. Der thematische Schwerpunkt liegt bei aktuellen Themen wie Internet und seine Gefahren, Migration und Integration und zwischenmenschliche Beziehungen. Hier können die Jugendliche Anknüpfungspunkte finden und sich auch eher für den Film begeistern. Es wird versucht das klassische „Mainstream-Kino“ zu vermeiden und Filme auszuwählen, die neben einer Erwachsenensprache auch eine tiefgründige Handlung haben. Diese Filme sollen Jugendliche dazu anregen, sich nach dem Film mit dem Thema zu beschäftigen und sich hierzu eine Meinung zu machen. Anregungen für Filme sucht Ralf Knobloch sich bei größeren Festivals wie der „Berlinale“. Das ist auch einer der Gründe, weswegen das Generationenkino „14+“ ins Leben gerufen wurde, außerdem sollte das Sehpferdchen für ein älteres Publikum attraktiver werden. Dabei geht es aber auch darum das „Schubladendenken“ welcher Film für welche Alterklasse ist aufzulösen. Obwohl beim Sehpferchen „Mainstream-Filme“ vermieden werden, schaut sich Ralf Knobloch diese gern mal privat an. Für ihn ist bei Filmen, egal ob er sie sich privat oder beruflich anschaut das wichtigste, dass Form und Funktion zusammenpassen.

Ralf im Gespräch

Die Cinekidsredaktion im Gespräch mit Ralf

In „normalen“ Kinos ist die Risikobereitschaft neue und außergewöhnliche Filme zu zeigen wesentlich geringer, da klassische und „aktuelle“ Filme sicherere Einnahmequellen sind. Darum sind solche Möglichkeiten wie zum Beispiel das Filmfest eine gute Möglichkeit Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass es in der Filmwelt weitaus mehr gibt.


 

DruckenE-Mail

Ein Leben zwischen Drogen, Sex , Mode und einem Baby

Filmrezension "Baby Blues"

von Laura Gießelmann

In dem Drama "Baby Blues" aus dem Jahr 2012, von Kasia Roslaniec , geht es um die alltäglichen Probleme einer 17 jährigen Mutter, geprägt von Drogen, Mode und Sex.

Natalia ist 17 Jahre alt und bereits Mutter. Sie wünschte sich das Baby, weil ihre Mutter sie auch in jungem Alter bekam und sie viel Ablehnung erfahren hat. Ihr Freund Kuba bemüht sich zwar einerseits eine Bindung zu seinem Kind aufzubauen, verbringt seine Zeit aber andererseits lieber mit seinen Skater-Freunden beim Kiffen. Natalias Mutter verlässt die beiden und das Baby alleine in ihrer Wohnung zurück. Die junge Mutter ist vollkommen überfordert mit ihrem Baby und kann keine direkte Bindung zu ihm aufbauen. Nachdem auch noch Kuba Natalia verlässt, gerät Natalias Leben komplett aus den Fugen. Da lernt sie ein Mädchen namens Martyna kennen. Anfangs macht sie den Eindruck, ein nettes junges Mädchen zu sein. Später aber verführt Martyna Natalia dazu Drogen zu nehmen. Ihr zusammen geliehenes Geld gibt Natalia nun für abenteuerliche Outfits und Drogen aus, anstatt sich und ihr Baby mit Lebensmitteln zu versorgen. Als sie erkennt, dass ihr Leben so nicht weiter gehen kann, bemüht Natalia sich um einen Job in einem angesagten Modeshop. Sie lässt sich auf den jungen Chef ein, der seine Position auszunutzen weiß. Natalias Leben geht immer mehr den Bach hinunter.

bb

Kasia Roslaniec versucht mit ihrem Film, die Probleme einer jugendlichen Mutter authentisch darzustellen. Natalia ist erst 17 Jahre alt und will ihr Leben genießen - dadurch kann sie nicht einschätzen, ob sie ihrem Kind schadet oder nicht.

Durch das Wechseln der Kameraeinstellungen von künstlichen Dolly-Shots bis zur dramatisierenden Handkamera, die bunten Kostüme, das grelle Licht, die poppigen Locations und die jungen Schauspieler wird den Zuschauern das starke Gefühl vermittelt, direkt ins Geschehen involviert zu sein.

Meiner Meinung nach ist dieser Film wirklich sehenswert und ich persönlich würde ihn auch ein weiteres Mal gucken. Die einzige Kritik, die ich habe, waren leichte Verständnisschwierigkeiten, da der Film in Polen gedreht wurde und nur englische Untertitel hatte. Aber durch die authentischen Schauspieler und den dadurch übermittelten Emotionen war dies nur ein sehr kleines Problem.


 Stimmen aus dem Publikum

Babyblues

Stefanie Meurer (39): Der Film hat provoziert aber war auch sehr gut.

Schüler BB

Angelika und Tina (beide 17): Wir fanden den Film sinnlos und heftig.


 

DruckenE-Mail

Der unerwartete Erfolg

Ein Gespräch mit den Machern von "For No Eyes Only"

von Waldemar Anton und Lena Cramer

Nono

Während des Filmes „For No Eyes Only“ waren die drei jungen Filmemacher und Schauspieler Tali Barde (23 Jahre), Benedict Sieverding (20 Jahre) und Louis Bürk (19 Jahre) im Kino anwesend und standen nach der Präsentation ihres Erstlingswerks für Fragen zur Verfügung.

Alle haben großen Spaß am Filmemachen, sei es als Schauspieler, als Mediengestalter oder Drehbuchautor und Regisseur. Ihre Vorerfahrungen sammelten sie in Theater- oder Musicalgruppen oder durch die Mitarbeit in Schul-AGs. Als Bardes Bewerbung für die Filmhochschule abgelehnt wurde, war er ehrgeizig genug, seinen eigenen großen Film auf eigene Faust zu drehen. Die Idee dazu hatte ihren Ursprung in einem Artikel, bei dem es um Webcam-Hacking ging, und Bardes große Leidenschaft für Hitchcock-Filme trug ihr übriges dazu bei. Mit dem großen Erfolg ihres Films hätten sie allerdings nicht gerechnet, so Barde, Sieverding und Bürk.

Die Produktion des Films war ganz schön anstrengend. Da einige noch zur Schule gingen, war es zum Beispiel schwierig, Drehtage zu finden. Die mussten dann schließlich am Wochenende oder in den Ferien stattfinden. Die Hausaufgaben waren dagegen kein Problem, sagt Sieverding mit einem Schmunzeln im Gesicht, schließlich „habe ich auch vorher schon keine gemacht!“. Jeder von ihnen hat sehr viel Zeit in den Film investiert, aber sie bekamen auch viel Unterstützung von ihrer Familie, ihren Freunden und Bekannten. Zum Beispiel wurden ihnen Drehorte und Materialen zur Verfügung gestellt, und Bekannte und Freunde haben auch als Schauspieler mitgemacht.

Nach Beendigung des Films waren alle sehr zufrieden und stolz. Außerdem wurden sie mit mehreren Preisen bei Festivals geehrt. Für die Zukunft planen sie beim Film zu bleiben. Während Sieverding an einer Karriere als Schauspieler arbeitet und Bürk derzeit sein Fach-Abi im Bereich Mediengestaltung macht, plant Tali Barde weiter als Drehbuchautor und Regisseur zu arbeiten. „Ich werde immer Filme machen“ verrät er uns am Ende selbstbewusst.

No-eyes-Redaktion

Die Filmemacher im Gespräch mit der Cinekids-Redaktion...

 

No-eyes

... und beim Gespräch mit dem Publikum

Kino

 

Publikumsstimmen zum Film:

Jemel

John Gary Lawrence und Jemel (beide 15 Jahre) hatten nicht erwartet, dass der Film so gut ist. Außerdem fanden sie die Endszene am besten, da diese sehr spannend war.

 

Anna-Lena

Anna-Lena (13 Jahre), Laura (15 Jahre) und Schindar (14 Jahre) fanden den Film richtig super. Laura sagt, dass sie die Webcam in ihrem Zimmer über Nacht immer abnimmt, weil sie schon öfter gehört hat, dass man über die Webcam beobachtet werden kann. Außerdem erzählt sie, dass es bei Facebook auch möglich sei, beobachtet zu werden. Auch sie fanden die letzte Szene am spannendsten.

 


 

DruckenE-Mail

Augen können auch täuschen

Eine Filmkritik zu "For No Eyes Only"

von Waldemar Anton

fornoeyesonly

Der Internet-Thriller "For No Eyes Only" vom jungen Regisseur Tali Barde erzählt die Geschichte von einem Informatik-Nerd namens Sam, der die Möglichkeit hat, durch eine Hacker-Software jede Person zu beobachten und selbst deren intimste Situationen aufzunehmen. Hierbei macht er eine schreckliche Entdeckung, die ihn Schlimmes ahnen lässt.

Nachdem der Sportler Aron den Informatik-Nerd Sam beim Hockeytraining verletzt hat und der sich somit nur noch auf Krücken bewegen kann, verbringt Sam die meiste Zeit zuhause an seinem Computer. Dabei entdeckt er eine Hacker-Software, mit der er sich in jede funktionsfähige Webcam hacken und die Leute beobachten kann, selbst bei deren intimsten Tätigkeiten. Sam macht eine erschreckende Beobachtung, denn er sieht, wie Aron ein Messer versteckt. Kurze Zeit später stellt sich heraus, dass Arons Eltern spurlos verschwunden sind. Sam verdächtigt Aron seine Eltern umgebracht zu haben und beginnt zu recherchieren. Hierbei bekommt er Hilfe von seiner Klassenkameradin Livia, auf die er schon seit der Grundschule ein Auge geworfen hat. Sie spioniert sogar im Haus von Aron, um Sams Verdächtigungen zu überprüfen. Doch was bekommen Livia und Sam bei der Bespitzelung heraus? Bestätigt sich Sams Verdacht? Ist Aron der Mörder?

In dem Film finden sich viele alltägliche Situationen wieder, auch die Sprache wirkt sehr normal. An einigen Stellen des Films ist der Ton und die Musik entscheidend, dadurch wird die nötige Spannung erzeugt oder manchmal sogar eine melancholische Stimmung. Das ist an fast allen Stellen gut gelungen. Die Kameraführung ist ebenfalls ansehnlich und es wird sehr viel mit Schnitten gearbeitet, an der einen oder anderen Stelle auch mit Zeitsprüngen. Deutlich wird ebenfalls, dass die Schauspieler keine echten Profis sind, da sie relativ jung sind und kaum schauspielerische Erfahrungen haben, jedoch spielen sie allesamt ihre Rollen sehr gut. Der Film will verschiedenste Probleme aufzeigen: Er stellt die Fragen, ob man alles glauben kann was man sieht und wie wichtig der richtige Umgang mit dem Internet ist.

Ich finde die Freigabe ab 14 Jahren sehr passend, da einige Szenen für jüngere Zuschauer zu schwierig sein können. Außerdem sind die Schauspieler auch ungefähr in diesem Alter und dadurch kann man sich sehr gut in ihre Lage versetzen.


 

DruckenE-Mail

Wegschauen ist keine Lösung

Ein Gespräch mit Dr. Florentin Saha Kamta über den Film „Der blaue Ozean“

Von Felix Nemitz, Annika Müller und Lena Cramer

Kamta

Beim Film „die Farbe des Ozeans“ ist ein besonderer Gast zu Besuch im Kino: Dr. Florentin Saha Kamta vom Afrikanischen Dachverband Nord. Da der Film ein aktuelles Thema behandelt, ist das Gespräch mit einem Experten sehr aufschlussreich.

Nach Dr. Kamtas Meinung hat der Film die Situation der Flüchtlinge gut wiedergegeben, denn er zeigt nicht nur das reale Bild der Gesellschaft, sondern auch den Konflikt zwischen menschlichem Handeln und eigenen Bedürfnissen. Im Film wird deutlich, dass in manchen Situationen beide Punkte nicht zu vereinbaren sind, z.B. als Nathalie sich zwischen ihrem Freund und der Hilfeleistung für einen Flüchtling und seinem Sohn entscheiden muss. Dass Nathalie jedoch zu jemand Fremdem so schnell eine derart enge Bindung aufbaut, hält Dr. Kamta für unrealistisch. Positiv findet er allerdings, dass die Schicksale der Menschen im Mittelpunkt der Geschichte stehen und der Film nicht mit politischen Hintergrundinformationen überfrachtet ist, denn dann wäre er für jüngere Zuschauer unverständlich gewesen. So regt der Film zum Nachdenken an und zeigt, das Handeln möglich ist und das Thema nicht tabuisiert werden darf. Er macht deutlich, dass jeder von uns einen Teil dazu beitragen kann, denn vor allem Kleinigkeiten können Menschenleben retten. Wichtig ist, dass den Menschen nie die Hoffnung genommen wird, egal aus welchem Land und welcher Schicht sie kommen.

Aus Dr. Kamtas Sicht geht Deutschland nicht optimal mit dem Thema „Flüchtlinge“ um, da 95 Prozent der deutschen Bevölkerung aufgrund mangelnder Informationen die Situation und Motive der flüchtenden Menschen falsch verstehen. Nur wenigen Menschen hierzulande sei bewusst, dass die Flüchtlinge vor allem aufgrund der Ausbeutung ihrer Heimat durch reiche Länder wie z.B. Deutschland oder China bei uns Zuflucht suchen. In seinen Augen müssten die Menschen in den EU-Staaten über ihre eigene Schuld aufgeklärt und zum Handeln animiert werden.

Kamta2

Die Cinekids-Redakteure im Gespräch mit Dr. Florentin Saha Kamta

 

Publikumsstimmen zum Film:

Mara

Mara (14 Jahre) fand den Film ziemlich gut, da er sie zum Nachdenken angeregt hat. Mara hätte auch geholfen.

 

Florian

Florian (17 Jahre) fand den Film anfangs unverständlich, aber zum Ende hin fand er ihn immer besser. Auch Florian hätte genauso gehandelt wie Nathalie.

 

Rike

Rike (13 Jahre, rechts im Bild)) fand den Film auch gut. Rike hätte nicht so geholfen wie Nathalie, da es ihr zu riskant gewesen wäre. Allerdings hätte sie den Flüchtligen auch Wasser geben.

 


 

DruckenE-Mail

Der Ozean als Falle

Eine Filmkritik des Films "Der blaue Ozean" von Annika Müller

ozean2

Helfen oder ignorieren? Was ist richtig? Die Farbe des Ozeans ist ein Drama, in dem der aktuelle Konflikt afrikanischer Flüchtlinge behandelt wird. Die junge Touristin Nathalie (Sabine Timoteo) macht in ihrem Spanien-Urlaub einen schrecklichen Fund. Am Strand entdeckt sie ein überfülltes Boot mit Flüchtlingen aus Afrika. Im Boot befinden sich Kinder, einige Verletzte und viele Tote. Nathalie möchte helfen und nimmt sich einem Mann mit seinem Sohn an. Doch am Beispiel dieser beiden Personen zeigt sich, dass es nicht ausreicht zu überleben, sondern der Kampf für die Flüchtlinge dann weitergeht. Die beiden Afrikaner sollen von den Behörden wieder abgeschoben werden. Und zusätzlich stürzt sich Nathalie durch ihrer Hilfe in eigene private Probleme. Neben Nathalie und dem Flüchtlingsvater gibt es noch den Polizisten José, der eine ganz andere Sicht auf das gesamte Dilemma in den Film hineinbringt.

Die Regisseurin Maggie Peren schafft es in ihrem Film, die Schicksale dreier Menschen zu verweben. Außerdem wählt sie eine spröde Erzählweise, eine ruhige Kameraführung und legt einen leichten Blaufilter über das Bild, so dass es für die Zuschauer sehr klärend wirkt. Die Musik wird in dem Drama klug eingesetzt und unterstreicht die Aussage des Inhalts. Übertriebene Emotionen lässt Peren außen vor. Dieser Film wertet nicht, sondern stellt verschiedene Positionen neben einander. Gleichzeitig werden Zuschauer gezwungen sich zu positionieren, da Nathalie den Zuschauern ihren Blickwinkel leiht.

Neben der guten Regie, dem guten Drehbuch und der starken Schauspielerleistung, gefallen mir an diesem Drama die aktuellen politischen Hintergründe. Jeder von uns ist auf gewisse Art und Weise mit diesem Dilemma verbunden. Der Ozean wird hier für viele Menschen zu einer „Falle“: Was würdest du tun? Helfen oder ignorieren?


 

DruckenE-Mail

"In meinem Badezimmer hängt ein Poster von Christian Steiffen"

von Michel Körner und Laura Gießelmann

Der 16-jährige Frithjof Gawenda aus in Stralsund wurde 2012 durch Zufall von einer Casting-Agentin entdeckt und erhielt die Hauptrolle in dem Film „Ich fühl mich Disco“. Da die Suche nach einem Hauptdarsteller, der auf die Rolle passt, schon seit einigen Monaten erfolglos war, versendete eine Streetcastin-Agentin eine Massenmail. Eine Bekannte von Frithjof bekommt diese und findet, dass die Rolle zu ihm passt.

Bianca Frithjof

Frithjof beantwortet Fragen des Publikums

In dem Film spielt Frithjof den schwulen Teenager Florian, der keine Freunde hat und viel lieber in Tagträumen lebt, anstatt sich mit dem normalen Alltag eines Jugendlichen rumzuschlagen. Privat, besucht Frithjof die Waldorfschule, wo er während der Drehzeiten viel Unterstützung von Lehrern und Mitschülern erhalten hat. Während der Dreharbeiten wurde er von der Schule freigestellt. Die Cinekids haben Frithjof Gawenda beim Sehpferdchen-Festival getroffen und mit ihm über seine Rolle geredet.

Frithjof Gespäch Cinekids

Im Gespräch mit der Cinekidsredaktion

Frithjof hat nicht viel mit Florian gemein, allerdings war die Angst vor dem Sprung vom 10-Meter-Brett sowohl bei der Filmfigur Florian als auch beim Schauspieler Frithjof da. Der Sprung war anfangs nicht geplant und kostete Frithfof doch einiges an Überwindung. Eine Kussszene hingegen, in der er einen anderen Jungen küsst, sieht Frithjof wie ein Schauspieler. „Es war meine Rolle, ich habe es nur gespielt.“ Für den Film gab es im Vorfeld kein Drehbuch. Jeder kannte die Geschichte und seine Rolle, oft wurde gemeinsam überlegt, wie das vor der Kamera am besten umgesetzt werden kann. Die Beziehung zu den anderen Schauspielern war sehr gut und Frithjof fühlte sich von Beginn an wohl. Noch heute besucht er seine Kollegen in Berlin, wo der Film gedreht wurde.

Geblieben ist ihm vom Dreh ein Poster vom Schlagersänger Christian Steiffen, der im Film eine große Rolle spielt. „Wenn man die Musik beim Dreh ständig hört, mag man sie irgendwie danach.“


 

DruckenE-Mail

Liebe, Schlager, Schlaganfall

Filmkritik "ich fühl mich Disco"

von Michel Körner

„Ich fühl mich Disco, ist eine große Liebeserklärung: An meine Jugend, an meine Heimat Lichtenberg und an meinen Papa“. (Regisseur Axel Ranisch)

Axel Ranisch erzählt in seinem Film „Ich fühl mich Disco“ mit viel Witz und Humor von dem Leben eines schwulen Jungen, der sich zum ersten Mal in seinem Leben verliebt.

disco

Florian Herbst (Frithjof Gawenda), Sohn eines Turmspringlehrers und Hauptfigur des Films „Ich fühl mich Disco“, befindet sich mitten in der Pubertät. Er trägt eine Zahnspange, ist pummelig und steckt voller Komplexe. Hinzu kommt, dass Florian, genannt Flori, keine Freunde hat, sich weder für Mädchen noch für Sport interessiert. Sein Vater, Hanno Herbst (Heiko Pinkowski), ist enttäuscht von Flori, da er nicht seinen Erwartungen gerecht wird und nicht die gleichen Interessen hat wie er. Flori lebt viel lieber in Tagträumen anstatt sich dem langweiligen Alltag auszusetzen. Am liebsten jedoch tanzt Flori mit seiner Mutter, Monika Herbst (Christina Große), im Anzug und aufgemaltem Bart durch die Wohnung und hört Schlagermusik von seinem Idol, Christian Steiffen. Eines Tages, erleidet Floris Mutter einen schweren Schlaganfall und fällt ins Koma. Hanno und Flori müssen von nun an alleine miteinander auskommen. Flori ist fest davon überzeugt, dass seine Mutter wieder aus dem Koma erwachen wird und steigert sich immer weiter in seine Tagträumereien hinein. Hanno dagegen verfällt dem Alkohol, um seine Trauer zu bewältigen. Vater und Sohn finden schließlich zueinander und Hanno nimmt Florian mit zum Turmsprungtraining. Dort lernt Flori den rumänischen Turmspringer Radu (Robert Alexander Baer) kennen und verliebt sich prompt. Da Flori Geburtstag hat, verbringen sie den Tag miteinander und lernen sich einander kennen. Hanno erfährt, dass Florian schwul ist und mischt sich in Floris zart erblühtes Liebesleben ein.

Axel Ranisch, Regisseur und Drehbuchautor des Films, sagt, dass in dem Film viel Stoff seiner eigenen Biographie steckt, da er zu Jugendzeiten ebenfalls seine Homosexualität entdeckt hat und zudem Sohn zweier Leistungssportler ist. Die Tagträume von Florian werden von Rachmaninows Klavierkonzert untermalt. Dies verleiht dem Film eine traurige und bedrückende Stimmung. Die amüsanten Schlagersongs von Christian Steiffen hingegen heitern die Stimmung immer wieder auf.

Als Fazit lässt sich sagen, dass der Film trotz der bedrückenden Szenen und dem tragischen Unfall der Mutter, sehr witzig und kurios gemacht ist. Die humorvollen und trashigen Elemente bewirken, dass die Balance zwischen Tragik und Komik aufrechterhalten wird. Vor allem die großartige Schauspielerleistung lässt den Film sehr authentisch wirken und macht deutlich, dass sich die Figuren, trotz der ironischen Elemente, ehrlich lieben.


 

DruckenE-Mail

Man weiß nie, was man in 10 Jahren noch finden kann

von Selin Özkan, Batuhan Ünal und Bircan Kurt

Der Film „Disconnect“ handelt von den Gefahren der Medienwelt. Erzählt werden drei Geschichte: Cybermobbing via Facebook unter Schülern, Datenklau und letztendlich auch Raub durch Spionage im Web und junge Menschen, die ihren Körper und Sex im Netz verkaufen Ben, ein Junge, der versucht sich das Leben zu nehmen, nachdem eine scheinbare Freundschaft bei Facebook sich als ein Streich von Mitschülern herausstellt. Derek und Cindy sind ein Ehepaar, sie lebt online, er spielt online Poker. Ihre Daten werden ausspioniert, ihr Konto leer geräumt. Sie verlieren ihr gesamtes Geld und stehen dadurch vor dem Nichts. Die Journalistin Nina lernt Kyle kennen, der 18-jährige verdient sein Geld im Pornochat. Er lebt zusammen mit mehreren, teilweise minderjährigen Jugendlichen in einem Haus, die sich alle dadurch ihr Leben finanzieren.

disconnect

Die verschiedenen Situationen im Film zeigen, wie man beim manchmal alltäglichen Gebrauch des Internets in die Falle tappen kann. Durch das Klicken eines Links, wird ein Trojaner installiert, der die gesamten Daten ausspioniert. Bilder geraten an die Öffentlichkeit, die dort eigentlich nicht hingehören. Das Publikum ist größtenteils mitgerissen von dem Film, vor allem die Geschichte von Ben können viele Zuschauer nachvollziehen.

ausverkauftes Kino Disconnected

Das Kino ist ausverkauft!

Die Frage, ob das alles so funktionieren kann, wie im Film, kann uns nach dem Film Karolin vom Chaos Computer Club Hannover beantworten. Whatsapp, Skype und Facebook sind vor allem die Gesprächsthemen, die anwesenden Jugendlichen wollen nach dem Film wissen, inwieweit sie in Gefahr sind durch das Internet. Karolin empfiehlt am Besten im Internet nicht so viel von sich preiszugeben. Auch wenn es im Moment nicht brisant zu sein scheint, kann man nie wissen, wann welche Daten für wen interessant sein können. Alles, was mal ins Internet geraten ist, seien es Bilder oder Chatverläufe, sind fast unmöglich wieder zu entfernen. Hinzu kommen noch Sachen, die unwissentlich ins Netz geraten: Webcambilder, die gemacht werden, ohne dass der Benutzer etwas davon weiß oder Passwörter, die ausspioniert und missbraucht werden.

Kiki CCC

Karolin vom ChaosComputerClub Hannover

Natürlich kann man durch eine vorsichtigere Netznutzung nicht alle Konflikte aus dem Film lösen. Aber er regt zum Nachdenken an.


 

DruckenE-Mail

Wo ist Amerika?

Filmkritik "Bekas"

von Jan Wellan

„Wo ist Amerika?“ ist die zentrale Frage in diesem Film von Regisseur Karzan Kader. Sie zieht sich, neben der Frage nach Zusammenhalt und Stärke, wie ein roter Faden durch den gesamten Film. Amerika steht auch hier (wieder einmal) für die Hoffnung und die unbegrenzten Möglichkeiten, die einem Großteil der armen Bevölkerung weltweit verwehrt bleiben. Genau diesen Zustand versuchen die Titelhelden zu durchbrechen.

BEKAS

Zwei kurdische Brüder, Zana und Dana, wachsen in den 1990er Jahren im, von Saddam Hussein beherrschten, Irak auf. Ohne Eltern und ohne Zuhause haben sie kein leichtes Leben. Eines Tages hören sie, dass Superman im städtischen Kino läuft und verschaffen sich die Möglichkeit, ein paar Szenen davon zu sehen. Beide sind fasziniert davon, wodurch sie plötzlich einen Ausweg aus ihrer Not sehen. Sie entschließen sich in die “die große Stadt, in der Superman lebt”, also Amerika, zu gehen. Superman kann dann alle bestrafen, die böse zu ihnen waren und auch ihre Eltern wieder zum Leben erwecken. Dana, der Ältere, tüftelt einen Plan aus, um nach Amerika zu kommen. Doch sie haben weder Geld noch Pässe. Trotz dieser schlechten Voraussetzungen machen sie sich schließlich auf den Weg.
Ein wichtiger Handlungsstrang ist das immer wiederkehrende Bild über den Zusammenhalt in einer Familie. Da die beiden Brüder elternlos aufwachsen, worauf der Titel des Films „Bekas“ (arabisch: ohne Eltern) bereits hinweist, bilden sie nur zu zweit eine Familie. Damit sind sie auch nur gemeinsam stark. Auffällig ist, dass bereits sehr früh klar wird, worauf der Film hinaus laufen wird. Da der Regisseur aber immer neue und wiederkehrende Handlungsstränge einbaut, bleibt der Film die ganze Zeit über fesselnd. Interessant ist auch die Sichtweise, die man durch die Kameraführung auf Kinderaugenhöhe bekommt. Dadurch erscheinen die Erwachsenen viel größer und mächtiger, als sie in Wirklichkeit sind. Der Regisseur arbeitet auch mit einem extremen Bildaufbau aus Vorder-, Mittel- und Hintergrund, wie zum Beispiel in der Moschee mit den Säulen im Vordergrund und den betenden Menschen dahinter. Er benutzt auch ungewöhnliche Kamerapositionen, wie die Wackelkamera, welche dem Zuschauer das Gefühl verleiht, sich direkt mit den Brüdern auf die Reise zu begeben, aber auch die Schrägsicht. Diese Schrägstellung wird oft gewählt um Andersartigkeit einer Situation oder eines Akteurs auszudrücken, wie bei dem Ritt von Zana auf dem Esel zu erkennen ist. Abschließend noch den wichtigsten Punkt der Bildgestaltung: Die Umgebung wird sehr stark an die aktuelle Handlung angelehnt. So ist eine kaputte Fensterscheibe und Zana zu sehen, als Baba Shalid, seine wichtigste Bezugsperson, gestorben ist. Dies spiegelt die soeben zerbrochene Welt für Zana wieder. Auch als sich die Brüder streiten und schließlich vorübergehend trennen, ist die Umgebung ein zerstörtes Fabrikgelände.
Der Film ist wirklich allen zu empfehlen, die gutes Kino abseits von großen Hollywoodproduktionen sehen wollen. Er könnte dort aufgrund seiner im Unterbewusstsein vorbereitenden und verstärkenden Wirkung aber ohne Probleme mithalten. Darüber hinaus ist der Film ein schönes Beispiel, wie zwei Brüder auf der Suche nach dem sind, was im Leben wirklich zählt.


 

DruckenE-Mail

Die Rettung des botanischen Gartens!

Filmrezension "Der Blaue Tiger"

von Moritz Hapke

Der Film "Der blaue Tiger"(2013) von Peter Oukropec ist ein tschechischer Kinderfilm, in dem ein kleines Mädchen mit Hilfe eines nur in ihrer Phantasie existierenden blauen Tigers einen botanischen Garten und ihr Zuhause in der Realität rettet.

Der blaue Tiger

Das Zuhause von Johanna und Matyáš liegt in einem alten botanischen Garten, der jedoch nicht mehr wie früher die Besucher anzieht, sondern eher in einen tiefen Winterschlaf gefallen zu sein scheint. Trotzdem liebt Johanna die Pflanzen und Tiere, die dort leben. Als nun aber der gewinnorientierte Bürgermeister Herr Nörgel plant, den alten Stadtteil in dem auch der botanische Garten liegt abzureißen und stattdessen einen neuen, modernen Stadtteil zu bauen, müssen Johanna, ihre Mutter und Matyáš mit seinem verdrießlichen Vater um ihre Heimat bangen. Das Blatt scheint sich zu wenden, als sie unerwartete Hilfe von einem magischen blauen Tiger bekommen. Doch der Bürgermeister setzt alles daran, das Tier zu fangen...

Der Zuschauer wird durch den Film aus der Perspektive der kleinen Johanna geführt. Durch immer wiederkehrende zeichnerische Elemente und Effekte wird auf Johannas kindliche Phantasie angespielt und man bekommt verstärkt das Gefühl, man würde selbst als Kind durch diese bunte Welt laufen. Vor allem der blaue Tiger wird sehr lebhaft und ästhetisch dargestellt. Am Anfang des Filmes wirkt er noch bedrohlich, da er nur als großer, unheilvoller Schatten gezeigt wird. Dann jedoch wird klar, dass es nur ein harmloses, verletztes Tier ist, von dem keine Bedrohung ausgeht. Diese Wandlung wird durch stimmungsvolle Musik verstärkt, die den ganzen Film unterstreicht. Meist ist diese fröhlich wie die Phantasie eines Kindes. Außerdem werden die Umgebungsgeräusche, vor allem im Gewächshaus, verstärkt, sodass man gleich das richtige Gefühl für den jeweiligen Ort bekommt. Auffallend ist auch noch, dass die Hauptfigur der Johanna zwar sehr jung ist, sich jedoch schon fast wie eine Erwachsene verhält, als sie den blauen Tiger verteidigt.

Bild02 Johanna und Mathias Jakub Wunsch

Der Film glänzt mit seiner kindlichen Sichtweise und verzaubert sowohl Kinder als auch Erwachsene. Er begleitet sie in eine Welt der Natur und der Phantasie aus der Sicht eines Kindes. Spielend leicht fesselt er mit seiner spannenden Handlung sowie passenden Klängen und ist somit ein Erlebnis für Groß und Klein.


 Stimmen zum Film:

Antonia Steffen Patrick

Antonia, Steffen und Patrick: Die Pflanzen und Blumen in dem Film waren sehr schön, der Bürgermeister war aber bescheuert.

JAnne

Janne: Ich fand es lustig, als der Bürgermeister geschnappt wurde und in die Kanalisation gefallen ist.


 

 

DruckenE-Mail

Die Stimme aus dem Hintergrund

Jan und Kai im Gespräch mit dem Sehpferdchen-Einsprecher Stefan

von Jan Wellan und Kai Kruskop

Stefan im Gespräch

Stefan hat beim Filmfest für die Generationen nur eine einzige Aufgabe: Sprechen. Wenn ein Film nicht in deutscher Synchronisation vorliegt, haben er und seine Kollegen abwechselnd den Auftrag, den deutschen Text synchron zum ausländischen Ton live einzusprechen. Sein Platz ist dabei im Kino in der hintersten Reihe zu finden. Ein kleiner spärlich beleuchteter Tisch, kein Schnickschnack. Seine Werkzeuge sind das Mikrofon, der Text und vor allem seine Stimme.

Nach dem Film „Horizon Beautiful“ hatten wir die Gelegenheit mit Stefan ins Gespräch zu kommen. Der gelernte Schauspieler erzählte uns dabei interessante Fakten über seinen Job als Einsprecher beim Sehpferdchen. „Ich bin hier Einsprecher, weil es mir großen Spaß macht, mich einer Textvorlage anzunehmen, diese zu interpretieren und sie dann vorzutragen“, schildert Stefan. Man könnte meinen, die Sprecher hätten einen leichten Job: Sie kommen her, sprechen für anderthalb Stunden den Text ein und gehen wieder. Doch damit er den Text so einsprechen kann, wie er es am Ende tut, geht Stefan zuhause drei bis vier Schritte, in denen er sich den Film sowie den Dialogtext einmal separat ansieht und dann beides zusammenführt.

Sein Ziel ist dabei immer aus der Textvorlage ein für ihn perfekten Text zum Einsprechen zu machen. Wenn er merkt, dass Dialoge schlecht übersetzt oder wiedergegeben sind, passt er diese nach seinem Ermessen an. Eine größere Panne bei der Vorführung eines Films sei ihm noch nicht passiert. Er weiß nur von wenigen Pannen zu berichten: Mal ging ein Mikrofon kaputt, mal war gar keins vorhanden. Doch auch dafür findet er eine Lösung: Er spricht einfach ohne Mikrofon. Seine Ausbildung zum Schauspieler und die damit verbundene Sprechausbildung helfe ihm in solchen Situation sehr, so Stefan. „Wenn ich mich mal verspreche, mache ich mir nicht viel daraus, sondern versuche, einen Witz oder eine Pointe auf der nächsten Seite gut zu treffen und dann haben die Zuschauer das schon wieder vergessen“, spricht Stefan aus Erfahrung. Er muss es wissen – er ist schließlich schon das fünfte Mal beim Sehpferdchen dabei.


 

DruckenE-Mail

„Der Horizont wird schön“

Eine Filmkritik zu "Horizon Beautiful"

von Kai Kruskop

Horizon-Beautiful---02

Der Film „Horizon Beautiful“ aus dem Jahr 2013 zeigt eindrucksvoll, dass man versuchen soll an seinen Träumen festzuhalten und sie zu verwirklichen.
Das hauptsächlich in Äthiopien gedrehte Drama handelt von dem in der Hauptstadt Addis Abeba lebenden Waisenjungen Admassu Amare (Henok Tadele), der den Traum hat, ein großer Fusballstar in Europa zu werden. Seine Freunde und der Direktor einer Schule aus der Gegend sagen ihm, er solle seinen Traum aufgeben und der Realität ins Auge sehen. Als der Schweizer Manager Franz Arnold (Stefan Gubser) für eine Imagekampagne in die Stadt kommt, sieht Admassu seine Chance seinen Traum doch noch zu verwirklichen. Er bastelt sich selbst einen Ball, aber der Manager interessiert sich gar nicht für ihn oder die anderen Kinder. Admassu lässt nichts unversucht, um die Aufmerksamkeit des Managers zu erhalten. Schließlich landen beide irgendwo außerhalb der Stadt in der Wildnis, wo sie sich besser kennen und schätzen lernen …
Trotz des in Originalsprache (Englisch/Amharisch, die Amtssprache Äthiopiens) gehaltenen Tones, ist der Film aufgrund des deutschen Untertitels leicht verständlich. Die „Kostüme“ sind realitätsnah und mit der guten bis sehr guten schauspielerischen Leistung der beiden Hauptdarsteller werden Gefühle transportiert und Spannung erzeugt.
Meiner Meinung nach ist der Film etwas für die ganze Familie, da er seine Botschaft auf eine lustige und außergewöhnliche Weise vermittelt. Zudem fordert er die Leute dazu auf, auf seine Mitmenschen zu achten, sie nicht zu ignorieren oder abzuweisen.

Publikum-Horizon

Alt und Jung voller Vorfreude auf den Film

Eva-Maria Horizon

Eva-Maria Schneider-Reuter moderiert nach der Vorstellung ohne Mikrofon eine angeregte Diskussion

Stimmen zum Film:

Elisa

Elisa (10) hat der Film auch beim dritten Anschauen sehr gut gefallen. Sie hat sich sehr gefreut, dass sich der Hauptdarsteller seinen Traum verwirklicht hat und trotzdem "so geblieben ist wie er war". Ihr hat imponiert, dass in ihren Augen bei "Horizon Beautiful" im Gegensatz zu normalen Filmen, die sie sonst im Kino oder Fernsehen sieht, das richtige Leben gezeigt wurde.


 

DruckenE-Mail

„Auf einmal wollten alle meine Mitschüler Schauspieler werden“

Darsteller Felix Osinga zu Besuch beim Sehpferdchen

von Marie Lambert

Gespräch mit Felix

Der Film Mister Twister sorgte bei den Kindern für helle Begeisterung. Den Schülern imponierte der Film und vor allem mussten die Kinder über den Lehrer Mr. Kees und sein außergewöhnliches Verhalten regelmäßig herzlich lachen. Der Vorfilm der Glocksee- Schule war eine perfekte Überleitung zum Hauptfilm, da er vom Schulalltag und der Beziehung zwischen Eltern und Kindern handelte. Der mit witzigen Situationen gespickte Kurzfilm versetzte das Publikum in eine heitere Stimmung. Dem elfjährigen Hauptdarsteller des Filmes Mister Twister, Felix Osinga, der im Kino zu Gast war und vor dem Filmstart mithilfe eines Dolmetschers ein paar Worte an das Publikum richtete, hat der Vorfilm persönlich gut gefallen, da in seinen Augen viele Elemente des Hauptfilmes lustig und ansprechend umgesetzt wurden. Doch damit nicht genug:  Die Schüler der Glocksee-Schule haben sich auch von der Vorlage gelöst und sich kreativ verausgabt. Danach ging es endlich mit dem Hauptfilm los. Das freute vor allem die Erstklässler, die in den vorderen Reihen Platz genommen hatten - sie konnten den Beginn des Filmes kaum noch abwarten und rutschten ungeduldig auf ihren Plätzen hin und her. Der Film überzeugte das Publikum und sorgte für einiges Gelächter. Es wurde eine ganz andere Sichtweise des Schulalltags präsentiert, die die Schüler in den Bann zog. Moderatorin Maria fragte nach dem Film, ob die anwesenden Schüler sich auch einen derartigen Lehrer wünschen würden. Das lautstarke Echo war eindeutig positiv.

Im Nachgespräch erzählte Felix sehr locker und ungezwungen von dem Filmprojekt und seinem Weg zur Schauspielerei. Am erstaunlichsten für die am Nachgespräch beteiligten Schüler war, dass Felix sich eigentlich gar nicht richtig für die Rolle beworben hatte, sondern seine  Schwester im Internet von dem Castingausruf für den Film hörte, sie sich den Machern persönlich vorstellte und Felix eigentlich nur als Begleitung dabei war. Die Schwester wurde jedoch nicht in das Ensemble aufgenommen, da sie zu jung war. Doch Felix wurde von den Machern gefragt, ob er am Projekt mitwirken möchte und willigte kurzerhand ein – wohlgemerkt hatte er zuvor noch keinen Schauspielunterricht genommen, geschweige denn Bühnenerfahrung. In dem Film spielt er einen neunjährigen, fröhlichen Jungen, den aber der Verlust seines Vaters vor längerer Zeit plagt. „Ich musste an vielen Stellen traurig und ernsthaft wirken. Das war nicht immer ganz leicht. Aber im Grunde waren diese traurigen Szenen spannender als die fröhlichen Elemente. Die Herausforderung, ernst zu wirken, hat Spaß gemacht“, weiß Felix zu berichten. Er erzählt stolz, dass Mister Twister in den Niederlanden kommerziell sehr erfolgreich sei und gut ankommt, weswegen  auch schon ein zweiter Teil produziert wurde.  Ein dritter und letzter Teil sei ebenfalls auch schon in Planung. Seine Lehrer hätten sich aber nicht von der lockeren Art des jungen Lehrers im Film inspirieren lassen – der Film des Schülers habe nichts an ihrem Unterrichtsstil geändert.

Seine Schulkameraden hätten sich den Film natürlich auch angeschaut, da sie wissen wollten, wie sich ihr Mitschüler auf der Leinwand so macht. „Nach der Betrachtung von Mister Twister wollten viele meiner Mitschüler auch in einem Film mitspielen.“, schildert der junge Schauspieler. Felix kann das gut verstehen, denn der einmonatige Dreh des Films hat ihm insgesamt sehr viel Spaß bereitet und er ist im Nachhinein wirklich froh, dass seine Schwester sich beworben hat und er vor Ort war, denn sonst hätte er in diesem Film nie mitgespielt. Nur die hellen und warmen Lampen am Set hätten ihm anfangs Schwierigkeiten bereitet. Doch die Freunde, die er im Ensemble des Films kennengelernt hat, machten diese Tatsache wieder wett. Zum Beispiel seien er und der Darsteller von Sep im Leben auch zu Freunden geworden. Eine Tatsache, die Felix kurz vor Schluss des Gespräches erwähnt, sorgt dann nochmal für Verblüffung: Die Darstellerin der strengen Schulleiterin im Film sei in Wahrheit eine sehr witzige Person und arbeite sogar als Kabarettistin.

Twister-Publikum

Das Publikum wartet gespannt auf den Beginn des Films und den Besuch des Darstellers

Felix und Dolmetscher

Ohne ihn ging gar nichts: Dem niederländischen Jungschauspieler wurde Dolmetscher Wouter (l.) zur Seite gestellt

Felix

Der elfjährige plaudert nach der Vorstellung locker aus dem Nähkästchen

Autogrammstunde-Felix

Nicht nur bei den Mädels verewigt sich Felix am Ende auf den Sehpferdchen-Programmheften


DruckenE-Mail

Ein Lehrer in der Klemme

Eine Filmkritik zum Film "Mister Twister"

von Marie Lambert

Mister-Twister

 Der Film Mister Twister von der Regisseurin Barbara handelt vom täglichen Schulleben in einer sechsten Klasse.

Weil ihre hochschwangere Klassenlehrerin kein Durchsetzungsvermögen besitzt, bekommt die sechste Klasse einen neuen Lehrer, Herr Kees. Kees versucht spielerisch, ohne Leistungsdruck und Hausaufgaben das Vertrauen und die Freundschaft der Schüler zu gewinnen. Durch ungewöhnliche und anschauliche Unterrichtsmethoden wie Ausflüge, Projekte und spielerisches Lernen, vermittelt er den Schülern Wissen. Die Direktorin der Schule hat aber etwas gegen diesen etwas anderen Unterricht, sie führt ein ernsthaftes Gespräch mit Herrn Kees. In diesem Gespräch macht die Direktorin klar, dass ein Lehrer in ihren Augen den Schülern etwas beibringen und nicht die Freundschaft der Kinder gewinnen soll. Daraufhin ändert der Lehrer seine ganze Unterrichtsform. Er plant durch alte Unterrichtsmethoden den Lehrstoff zu vermitteln. Schon früh erkennt er, dass das auch nicht die wahre Lösung ist…

Wie der Titel „Mister Twister“ schon andeutet (twist englisch= drehen, wenden), durchläuft die Hauptperson, Herr Kees, eine Wendung. Der Film soll darstellen, dass Lehrer und Schüler gut zusammen arbeiten können und zeigt, wie sich die Schüler ihr Schulleben wünschen. Außerdem verdeutlicht er, dass man durch Projekte besser Wissen vermitteln kann.

In dem Film fallen die Nebengeräusche besonders auf, da dadurch eine unruhige Stimmung, aber auch Spannung entsteht. Der Film wird fast durchgängig von Musik begleitet, die immer an die Stimmungen und Situationen angepasst ist. Außerdem unterstützt die lebhafte Musik die Charaktere der Kinder. Im Film scheint immer die Sonne. Dadurch wird eine freundliche und warmherzige Stimmung erzeugt. Die Alltagsgeschichte ist gut und spannend umgesetzt, da es Höhen und Tiefen gibt und der Film ab und zu eine unerwartete Wendung nimmt. Besonders ist, dass der Lehrer den Klassenraum passend für jedes Thema neu dekoriert. Die Darsteller haben sich gut und glaubwürdig in ihre Rolle versetzt.

Mir hat der Film gut gefallen, da er abwechslungsreich gestaltet ist und durch die Wendung noch spannender wird. Den Film kann man auf jeden Fall weiter empfehlen, da er lustig ist und eine spannende Wendung beinhaltet. Besonders geeignet ist der Film für 6-10 Jährige, aber er ist auch für Lehrer und Pädagogen sehr lehrreich und zu empfehlen.

Stimmen zum Film

Arthur und Roman

Arthur (11) und Roman (11) hat der Film sehr gefallen. Ihre gemeinsame Lieblingsszene war die, wo die Direktorin durch einen von ihr unbemerkten falschen Knopfdruck den Schülern andere Bilder zeigt als sie eigentlich will. Sie werden den Film heute Nachmittag nochmal schauen und haben nicht die Befürchtung, dass es langweilig oder öde werden könnte. Noch spannender fänden sie es allerdings, den zweiten Teil der Reihe zu sehen.

Ole und Ole Piet

Ole (9) und Ole Piet (10) waren vom Film ebenfalls begeistert. Die beste Szene war für sie die, wo Tobias seiner kranken Mutter leckeres Essen serviert und auch die Szene, wo Tobias mal wieder abgehetzt auf den letzten Drücker zur Schule rast. Sie finden, dass man den Film auf jeden Fall weiter empfehlen kann und sie würden auch gerne die Fortsetzung zu sehen bekommen.

Eloisa und Josefine


Elouise (11) und Josefin (12) fanden den Film sehr lustig und auch spannend. Eine bestimmte Lieblingsszene können sie nicht ausmachen, für sie war der Film als Gesamtpaket sehr erheiternd.


 

DruckenE-Mail

Keine Angst vor ernsten Themen

Ein Gespräch mit Bernd Sahling, dem Regisseur von Kopfüber

von Davia Hennig

 

Sahling

Bernd Sahling im Gespräch mit Davia Hennig

Der Film Kopfüber hat allen Kindern im Kino sehr gut gefallen. Besonders haben sie bei den Streichen der Hauptperson Sascha gelacht und sich bei seinen Aussetzern und Brüllattacken erschreckt. Als Highlight der Veranstaltung ist Regisseur Bernd Sahling anwesend, der die vielen Fragen der Kinder sofort beantwortet. Die Idee für den Film ist ihm gekommen, als er selber einmal als Familienhelfer gearbeitet hat und eine ähnliche Geschichte erlebt hat. Seit dem wollte er einen Film über die Krankheit ADHS drehen.

Die meisten Kinder im Kino sind schon sehr informiert über die Krankheit und geben ihr Wissen direkt nach dem Film weiter. Es melden sich sogar ein paar Kinder, die selber ADHS haben. Sie erzählen, dass sie ähnliche Nebenwirkungen der Medikamente bei sich festgestellt haben. Die Kinder sind außerdem sehr interessiert an Bernd Sahlings Beruf. Einige von ihnen haben schon selber in einer AG oder zuhause mit einem Freund oder einer Freundin einen Film gedreht. „Dass es heute so viele Möglichkeiten gibt, schon im jungen Alter mit dem Drehen anfangen zu können, ist ein großer Fortschritt“, sagt der Regisseur. Er selber hatte die Möglichkeit erst mit 21 Jahren während seiner Ausbildung in der DDR. Da durfte er einen Kurzfilm drehen, der vor dem Hauptfilm im Kino gezeigt wurde. Allen, die selber einen Film drehen wollen, gibt er als Tipp mit auf den Weg, dass es sein kann, dass der eigene Film später eine ganz andere Wirkung hat, als ursprünglich geplant. Man solle sich davon nicht verunsichern lassen, denn es könne trotz anderer Wirkung ein interessanter Film werden.

Bernd Sahling findet es schade, dass zu viele Filme gedreht werden, die nur unterhalten und nicht fordern, also zum Nachdenken anregen. Unterhaltungsfilme werden bevorzugt angeguckt und bringen somit das meiste Geld ein. Anspruchsvolle Kinderfilme jedoch lassen sich meist nicht so gut finanzieren. Der Film Kopfüber hat insgesamt eine Million Euro gekostet. „Es ist wichtig, dass heutzutage auch Filme gedreht werden, die sich mit wirklichen Problemen der Kinder auseinandersetzten“, meint Sahling. Obwohl Kopfüber ein ernstes Thema behandelt, haben die Zuschauer Spaß dabei, sich den Film anzusehen. Einige haben sich sogar vorher schon mit dem Film beschäftigt und beispielsweise das Buch „Das verschluckte Lachen“ gelesen.

Sehr viele Fragen wurden außerdem zur Hauptfigur Sascha gestellt: Wie er sich gefühlt hat, ob er sich durch dem Film verändert hat und ob er in Wirklichkeit auch ADHS hat. Sascha heißt übrigens im echten Leben Marcel und wurde von Bernd Sahling ausgewählt, weil er ähnliche Charakterzüge wie Sascha hat. Es ist wohl manchmal schwer, mit Kindern zu arbeiten. Zum einen dürfen Kinder nur fünf Stunden am Tag drehen, zum anderen ist es für jedes Kind eine große Belastung, weil ein Dreh sehr viel Disziplin erfordert und körperlich anstrengend ist. Insgesamt hat Marcel das aber gut hinbekommen und man sieht, dass er in seiner Rolle aufgeht.

Am Ende des Filmgesprächs mit dem 52-jährigen Regisseur gibt es auf Wunsch der Kinder sogar noch eine Autogrammstunde.


 

DruckenE-Mail

Das verschluckte Lachen

Eine Filmkritik zum Film "Kopfüber"

von Davia Hennig

kopfueber


Der Film „Kopfüber“ vom Regisseur Bernd Sahling startete in den deutschen Kinos im November 2013. Im Film geht es um einen Jungen namens Sascha, der wegen Diebstählen, Fehlverhalten in der Schule, schlechter Noten und weiteren Fehltritten die Aufmerksamkeit des Jugendamtes auf sich zieht. Seine Mutter, die Vollzeit im Kindergarten arbeitet, scheint überfordert mit ihren drei Kindern, die alle auf die schiefe Bahn gekommen sind. Deswegen ruft sie, nachdem Sascha erneut beim Diebstahl erwischt wird, das Jugendamt an. Zusätzlich hat Sascha eine Lese-Rechtschreibschwäche, die ihm den Schulalltag erschwert, weshalb seine Versetzung in die 6. Klasse gefährdet ist.

Einen deutlichen Kontrast zu seinem Leben zu Hause und in der Schule stellt Elli dar, seine beste Freundin, die gegenüber von ihm wohnt. Sie ist sehr vernünftig, kümmert sich allein um den Haushalt, wenn ihr Vater mal wieder als Kraftfahrer unterwegs ist, und beschwert sich immer, wenn Sascha raucht. Die beiden verbringen sehr viel Zeit miteinander, hauptsächlich machen sie Tonexperimente, wobei sie mit einem Mikrophon verschiedene Geräusche, zum Beispiel die einer Baustelle, aufnehmen und später zusammenschneiden. Den beiden macht das sichtlich Spaß.

Das Jungendamt reagiert auf den Anruf von Saschas Mutter und stellt ihr einen Erzieher für Sascha zu Verfügung. Sascha ist erst skeptisch und verhält sich ihm gegenüber erst sehr frech, gewinnt dann aber langsam mehr Vertrauen zu ihm. Dieser Erzieher überredet Sascha auch dazu, seine Rechtschreibschwäche überprüfen zu lassen. Dabei wird festgestellt, dass Sascha ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom) hat und deswegen oft überreagiert. Nun bekommt er Tabletten verschrieben, die ihm helfen sollen. Durch die Einnahme der Tabletten erfolgt bei Sascha eine große Veränderung. Er wird besser in der Schule, gehorcht seiner Mutter, stiehlt nicht mehr und beschäftigt sich ganz viel mit seinem Erzieher. Eigentlich eine super Wendung, wäre da nicht Elli, die er total vernachlässigt. Und sie macht ihn auch darauf aufmerksam, dass er nicht mehr lacht.

Die Musik des Filmes wurde passend zu den Tonspielen von Elli und Sascha eingebaut. Es wird aber nicht ganz klar, ob sie ein Erzeugnis der Tonspiele ist. Die Kamera hat eindeutig Sascha im Fokus, denn sie zeigt ihn vermehrt in der Nahaufnahme, schwenkt mit ihm, zu ihm oder geht mit ihm mit. Außerdem gibt es keine Szene im Film in der nicht Sascha auftaucht. Die Einstellungen werden des Weiteren nicht so oft gewechselt, was dem Film trotz des Stresses des Protagonisten eine ruhige Note verleiht. Die Einstellungen wechseln noch weniger, wenn Sascha durch die Tabletten ruhig gestellt wird. Dies verdeutlicht, wie geordnet aber auch langweilig Saschas Leben in dieser Zeit ist. Was noch sehr auffällt ist, dass der Film von Leitmotiven geprägt ist, zum Beispiel dem Einkaufsladen, dem gemeinsamen Fernsehen der Familie und dem Schneiden der Tonspiele. Insgesamt kommt der Film also sehr strukturiert rüber.
Ich finde den Film insgesamt sehr ansprechend, jedoch ist ungewiss, ob 10-jährige Kinder alle Hintergründe des Filmes verstehen. Fernab dieser Zweifel ist er auch für diese Altersgruppe ein spannender und sehenswerter Film.

Filmgespräch-Sahling2

Moderatorin Bianca Beck im Gespräch mit Regisseur Bernd Sahling

 Stimmen zum Film:

Annie-Sadaf-Sarah

 Annie (10) fand den Film gut. Am besten gefallen hat ihr die Szene, als Sascha dem Betreuer erst die Hand hingehalten hat, um sie dann gleich wieder wegzuziehen. Ihre Freundinnen Sadaf (9) und Sarah (9) stimmen ihr lachend zu.

Eshfaq

Eshfaq (11 Jahre) fand es total toll, dass Sascha selber Fahrräder zusammenbaut, denn das mache er zuhause auch manchmal.

Sandy-Janina

Sandy (10 Jahre) fand das Ende am besten, weil sich Sascha da wieder mit seiner Freundin verträgt. Janina (10 Jahre) hat in ihrer AG schon mal selber einen Film gedreht, allerdings einen Gruselfilm...


 

DruckenE-Mail

"Wenn ihr einen Traum habt, dann versucht ihn zu verwirklichen!"

Ein Gespräch mit dem Regisseur von "Deine Schönheit ist nichts wert"

von Selin Özkan, Batuhan Ünal und Bircan Kurt

 

Autor2

„Ich habe zwei Mal geweint“ hören wir einen Schüler nach dem Film sagen. Alle Schüler im Kinosaal sind von „Deine Schönheit ist nichts wert“ von Regisseur Hüseyin Tabak begeistert, es gibt großen Applaus und zahlreiche Fragen an den Regisseur. Die Fragen beantwortet Hüseyin Tabak höchstpersönlich, denn er ist heute selber als Gast im Kino anwesend. Welche Stellen im Film fanden Sie persönlich am besten?, Wieviel Geld haben Sie ausgegeben und verdient?, Wie haben Sie die Schauspieler gefunden? und und und… Geduldig antwortet Hüseyin Tabak auf die unzähligen Fragen der Kinder und durch seine offene und lebendige Art entsteht ein lustiges und lockeres Gespräch mit dem jungen Publikum. Mit so einer positiven Reaktion von jungen Schülern hat Hüseyin Tabak nicht gerechnet. Seine Freude daran ist nicht zu übersehen. Zum Schluss hat er noch einen guten Rat für die Kinder: „Wenn ihr einen Traum habt, dann macht es wie Vysel im Film und versucht ihn zu verwirklichen! Selbst wenn es am Ende nicht klappt, so habt ihr doch wenigstens alles versucht!“.

Auch wir Cinekids dürfen nach der Vorstellung persönlich mit dem Regisseur sprechen. Wir wollen unbedingt wissen, was ihn zu diesem Film bewegt hat. „Es lag mir einfach am Herzen“, sagt er. Vor allem spiegelt Vysel, der Hauptdarsteller im Film, seine eigene Jugend wieder und viele Szenen im Film sind von seinen Erlebnissen und Erfahrungen geprägt. Auch der Regisseur kann sich nämlich gut an sein erstes Verliebtsein mit 12 Jahren erinnern. Sogar einzelne Fotos, die im Film vorkommen, sind persönliche Fotos von seiner Familie und seinem Dorf in der Türkei.
Von dem jungen Schauspieler Abdulkadir Tuncer, der den Veysel spielt, berichtet Hüseyin Tabak voller Begeisterung. Er hatte ihn während eines viermonatigen Castings aus hunderten von Jungs ausgewählt und ist mit seiner Wahl hochzufrieden. Zwar sei es aufwendig mit jungen Menschen einen Film zu produzieren, doch Abdulkadir „hat das Talent, sich in eine Person hineinzuversetzen“, erzählt der Regisseur begeistert. Abdulkadir hat inzwischen einige weitere Filme gedreht und sogar einen türkischen Preis für den besten Schauspieler bekommen.

Die Produktion des Films hatte jedoch nicht nur gute Seiten, sondern war auch mit viel Arbeit und körperlicher sowie psychischer Belastung verbunden. Anstelle einer Gage für die Schauspieler wurde alles Geld in den Film investiert, in der Hoffnung, einen Erfolg zu erzielen. Es kam wie erhofft, denn der Film bekam viele Preise und Auszeichnungen, sowohl in der Türkei als auch in Österreich. So konnten die Schauspieler am Ende das Preisgeld untereinander gerecht aufteilen. Für den 32jährigen Regisseur ist das ein großer Ansporn, denn in nächster Zeit hat er noch weitere Filme in Planung, auf die wir gespannt warten werden!

Tabak-im-Kino

Hüseyin Tabak nach seinem Film im Kino

Autor-bei-Red

Der sympathische Autor und Regisseur beim Gespräch mit der Cinekids-Redaktion

 


 

DruckenE-Mail

Liebe hat kein Alter

Filmkritik "Deine Schönheit ist nichts wert"

von Bircan Kurt

“Güzelligin On Par´ etmez” (Deine Schönheit ist nichts wert) ist die Hauptaussage des gleichnamigen Films. Diese Aussage auf Türkisch spiegelt die Gedanken und Gefühle des kleinen Veysels wieder. Veysel ist ein 12-jähriger Junge, der aus einer türkisch-kurdischen Familie kommt und unglücklich in die gleichaltrige Nachbarstochter Anna verliebt ist. In Veysels Leben geht es aber leider nicht nur um die Liebe seines Lebens, sondern auch um die Konflikte innerhalb seiner Familie. Ein halbes Jahr zuvor ist die Familie als politische Flüchtlinge nach Österreich gekommen. Der große Bruder ist von zuhause weggelaufen, der Vater wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen und die kraftlose Mutter verzweifelt immer mehr. Veysel hat Probleme in der Schule, weil er noch kein Deutsch spricht. Das Leben von dem kleinen Jungen ist also nicht einfach. Als Veysel für die Schule ein Gedicht auswendig lernen soll, entscheidet er sich für das Werk "Güzelligin On Par´etmez” von dem für Liebeslieder bekannten Sänger Asik Veysel. Er möchte das Gedicht auf Deutsch zu übersetzen, um damit Anna zu beeindrucken. Doch das ist für ihn allein gar nicht einfach.

deineschoenheitistnichtswert01
Der Film “Deine Schönheit ist nichts wert” von dem türkischen Regisseur Hüseyin Tabak ist ein religionsübergreifender Film, in dem sowohl türkisch, deutsch als auch russisch gesprochen wird. Ein großer Teil ist auf Türkisch, dieser wird dann deutsch untertitelt. Die Schimpfwörter auf Türkisch werden nicht eins zu eins ins Deutsche übersetzt, was ich in Anbetracht der Freigabe des Films ab 7 Jahre passend fand.
Ich finde, das Thema wird spannend erzählt und auch die Rollen, darunter der Hauptdarsteller der Figur Veysel (Abdukadir Tuncer) sind sehr gut besetzt. Durch das überzeugende Schauspielern der Darsteller, kann man bei dem Drama die ganze Zeit über mit fiebern. Das Einzige, was mir nicht so sehr gefällt, sind die Schnitte am Anfang und am Ende des Films. Zu Beginn erscheint der Film ein wenig unlogisch und das Ende ist mir zu offen. Trotzdem sind vor allem die Geschichte des kleinen Veysels und auch das Durchziehen des Gedichtes als Thema sehr gut gelungen. Im Großen und Ganzen ist es ein guter Film, den ich als Türkin nur weiterempfehlen kann.

 

Tabak-im-Kino2

Nach dem Film beantwortet der Regisseur geduldig die unzähligen Fragen seines jungen Publikums

 

Stimmen zum Film:

Aysenur-und-Alina

Aysenur und Alina (beide 11 Jahre) gefiel der Film und sie würden ihn sogar nochmal gucken.

 

Benan-und-Vanessa

Benan (10 Jahre) und Vanessa (11 Jahre) gefiel der Film nicht so gut, da sie ihn schwer verständlich und außerdem langweilig fanden.

 

Tahsin

Tahsin (13 Jahre) mochte den Film, weil er spannend war. Jedoch konnte er die Geschichte nicht so gut nachvollziehen.

 

Felix-und-Noah

Felix (10 Jahre) und Noah (12 Jahre) fanden den Film sehr interessant, vor allem das traurige Ende hat sie sehr berührt.

 


 

DruckenE-Mail

Sometimes I Hate You
Filmrezension "Mama,ich liebe dich"

von Francine Bock

Der lettische Kinderfilm „Mammu, es tevi milu“ (Mama, ich liebe dich), unter der Regie von Janis Nords, handelt von dem Jungen Raymond Krasta, der seiner alleinerziehenden und strengen Mutter Silvia große Sorgen bereitet, da für ihn sowohl in der Schule als auch in seiner Freizeit keinerlei Regeln zu gelten scheinen.

Mammu 3
Der Film spielt in einer heruntergekommenen Stadt in Lettland, hier lebt Raymond mit seiner Mutter. Raymonds Mutter ist aus beruflichen Gründen sehr viel unterwegs, denn sie arbeitet in einem Krankenhaus als Geburtshelferin. Dadurch fühlt sich Raymond vernachlässigt. Als er ein Schreiben der Schule wegen seines Fehlverhaltens bekommt, lässt er dieses aus Angst vor der Reaktion seiner Mutter verschwinden und manipuliert zusätzlich das Telefon, um eventuelle Anrufe der Schule zu verhindern. Zudem hat Raymond einen besten Freund namens Peteris, der nicht gerade durch sein vorbildliches Verhalten glänzt. In einer vornehmen Wohnung, in welcher Peteris Mutter als Putzfrau angestellt ist, klauen er und Raymond Geld. Als Raymond später nach Hause kommt, stellt seine Mutter fest, dass er das Telefon kaputt gemacht hat und schlägt ihn. Dabei sagt sie zu Raymond „Sometimes I hate you!“ (Manchmal hasse ich dich!). Raymond läuft von zu Hause weg und bricht in die Wohnung ein, aus der er zuvor Geld gestohlen hatte. Während er sich in der Wohnung aufhält, kommt der Wohnungseigentümer nach Hause. Er hat eine Prostituierte bei sich. Im letzten Moment kann sich Raymond verstecken. Die Frau ist eine Diebin, sie stiehlt Raymonds geliebtes Saxophon, das er mit in die Wohnung gebracht hatte. Raymond verfolgt sie, kann jedoch nicht verhindern, dass sie das Instrument an einen Pfandleiher verkauft. Um das Saxophon zurück zu kaufen geht er nochmal in die Wohnung, um Geld zu stehlen. Dabei wird er entdeckt, kann aber mit dem Geld davonkommen. Da aber sein bester Freund Peteris der Tat beschuldigt wird, plagen Raymond schreckliche Schuldgefühle. Seine Mutter bekommt von der ganzen Sache nichts mit, da sie viel zu sehr auf ihre Arbeit und ihren neuen Freund fixiert ist. Raymond hält es aber nicht mehr länger aus und nimmt sich vor, seiner Mutter von seinem Geheimnis zu erzählen. Können sie gemeinsam eine Lösung finden?
Der Film ist sehr gelungen und für Kinder durchaus sehenswert. Die authentischen Schauspieler und die Leitmusik prägen den Film. Die Leitmusik ist gut gewählt und spiegelt durchgängig die Stimmung der einzelnen Filmsequenzen wieder. Es gibt zu bemängeln, dass die Untertitel an manchen Stellen nur sehr schwer zu lesen sind. Durch die vielen dunklen Farbtöne/Lichter wirkt der Film eher kalt. Die Zuschauer werden im Verhältnis zu Raymond hin und her gerissen. Einerseits entwickelt man großes Mitgefühl zu ihm, andererseits auch Abneigung aufgrund seines Verhaltens.
Alles in allem hat mir persönlich der Film gut gefallen, da er Kindern vermitteln soll, dass man seinen Eltern alles erzählen kann, egal wie schlimm es ist. Da ein klassischer Spannungsbogen fehlt, zieht sich der Film ein wenig hin. Ich empfehle diesen Film insbesondere an Familien weiter, da der Film unterhaltsam ist aber auch gleichzeitig eine wichtige Botschaft enthält.

 

Stimmen zum Film:

Charlott und Charlotte

Charlott und Charlotte fanden den Film spannend, nur das Ende war ein bisschen langweilig. Besonders gut gefiel ihnen, dass Raymond am Ende ehrlich zu seiner Mutter war.


 

DruckenE-Mail

Lebensziel: Kinderlächeln

Nach der Kinovorstellung von „Lennart im Grummeltal“ unterhalte ich mit Judith-Ariane Kleinschmidt, der Autorin der Kinderserie.

Lars-und-Autorin

Im Jahre 2010 gewann Judith-Ariane Kleinschmidt mit „Lennart im Grummeltal“ den Förderpreis der Mitteldeutschen Medienstiftung. Auf einer Präsentation wurde sie mit dieser Serie von der Sandmännchenredakteurin Anne Knabe entdeckt. Demnächst kann man daher einmal wöchentlich die Serie abends im Sandmännchen sehen. Doch so einfach ist das selten. Oft arbeitet sie ohne Auftrag, ob ihre Geschichten dann umgesetzt werden und durch ein Kinderlächeln belohnt werden, weiß sie nie im Vorfeld. Die kinderlose Drehbuchautorin berichtet: „Abzuschätzen was für Kinder lustig und ansprechend ist, ist die größte Herausforderung in meinem Job.“ Sie orientiert sich einfach daran, was sie selbst lustig und ansprechend findet und hofft darauf, dass die Kinder etwas damit anfangen können. In die Geschichten fließen jedoch Ideen und Wissen vieler Menschen mit ein, ob beim Dialog, bei den Bildern oder den Figuren. Sie alle machen aus einer Idee eine lustige und fantasievolle Serie. Nebenher arbeitet sie im Spatzenkino in Berlin - hier sieht sie auch konkret, wofür Kinder sich begeistern. Die Präsentation auf einem Festival ist eine große Chance, mal direkt die Reaktion von Kindern auf ihre Storys zu sehen. Kleinschmidt gibt zu, dass sie während der Veranstaltung sehr aufgeregt und angespannt war, denn wenn es den Kindern nicht Spaß gemacht hätte, wäre das durch Stille im Kinosaal unmittelbar spürbar gewesen. Jedoch war dem nicht so.

Sie benutzt als Thema oft Grundkonflikte, wie zum Beispiel Ausgrenzung oder Andersartigkeit, erzählt Kleinschmidt. Dabei versucht sie den Kindern ethisches Verhalten nahezubringen, doch „bloß nicht mit erhobenem Zeigefinger“ Das sei der größte Fehler, den sie machen könnte. Ihre Berufswahl sieht sie keineswegs als Fehler. Die Berlinerin hatte seit ihrer Jugend den Wunsch, Texte und Inhalte für Kinder zu produzieren und hat sich daher auch entschieden, Autorin zu werden. Andere Zielgruppen als Kinder reizen sie nicht, was das ganze Gespräch über mehr als deutlich wird. Deswegen ist sie sehr froh mit dem Sandmännchen und der Regisseurin Sabrina Wanie von Digitrick die Möglichkeit bekommen zu haben, ihre Geschichten einem großen Publikum erzählen zu dürfen.

von Lars Hendrik Haferlach


 

DruckenE-Mail

Cinekids